LÄCHELN ANDERER ERFOLG IST AUCH DAS

HERZENSSACHE

GELD FÜR KINDERHOSPITZ

Ulf Dohrmann ist seit 20 Jahren als Unternehmer erfolgreich. Zum Jubiläum wollte der Binzer etwas zurückgeben.

Artikel und Foto – Gerit Herold – Ostseezeitung

Ewald Kruschel (l.) vom Kinderhospizverein freut sich über den Spendenscheck, den Ulf Dohrmann mit Ehefrau Yvonn und Tochter Marie-Luise übergeben haben. Das Geld – 14 000 Euro – hatte der Binzer Unternehmer auf der exklusiven Feier zu seinem 20-jährigen Firmenjubiläum gesammelt.

Binz. Ewald Kruschel kann es immer noch nicht glauben, als er den symbolischen Scheck in den Händen hält. „14 000 Euro“ steht darauf geschrieben. „Wir sind total begeistert. Das ist großartig, was Familie Dohrmann geleistet hat“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins
Kinderhospiz Leuchtturm in Greifswald gerührt. Ulf Dohrmann, der in Binz drei Modefachgeschäfte betreibt, hatte bei seinem 20-jährigen Firmenjubiläum auf Blumen und Geschenke verzichtet und stattdessen Benefiz-Lose an seine 250-köpfige Gästeschar verkauft. „Bei Freunden gab es eine Situation mit schwerer Krankheit. Da habe ich gemerkt, wie sehr das eine Familie belastet und wie wichtig Hilfe ist.

Es ist so stillumsolche Projekte, deshalb war es mir eine Herzenssache, darauf aufmerksam zu machen und Geld zu sammeln“, so der Unternehmer. Finanzielle und idelle Unterstützung kann der Verein für seinen ambulanten Hospizdienst gut gebrauchen. 22 ehrenamtliche Familienbegleiter betreuen 16 Familien mit schwerkranken Kindern. Hinzu kommen zwei Trauerbegleitungen. Sie sind von Rügen über Stralsund und Greifswald bis nach Usedom und der Mecklenburgischen Seenplatte unterwegs. „Unser Ziel ist ein stationäres Hospiz“, so Kruschel. „Wir sind kein Ort des Sterbens. Wir sind da, damit die Betroffenen Kraft tanken können.“ Dass am Ende so eine große Summe zusammenkommt, damit hatte selbst Ulf Dohrmann nicht gerechnet, der zu seiner exklusiven Jubiläumsparty Vertreter internationaler Modelabels, Kollegen und vor allem Stammkunden aus ganz Deutschland eingeladen hatte. Sie wurden mit drei Rolls-Royce und einem amerikanischen Schulbus zum Hotel „Prora Solitaire“ chauffiert, wo Models der Berliner Fashion Week eine Kollektion aus dem Hause Dohrmann präsentierten, Champagner und Sternekoch Ralf Haug für kulinarische Genüsse sorgten und bis morgens zu DJ Grooves getanzt wurde. 50 Euro kostete das Los für den guten Zweck.

Drei Unternehmer gaben sogar 1500 bis 3000 Euro. „Wir hatten ein sehr großes Feedback“, freut sich Ulf Dohrmann, der immer erpicht ist, dass jedes Detail perfekt ist. „Ich achte auf die kleinen Sachen und habe eine große Zahlenaffinität“, sagt der 43-Jährige. Und damit ist er erfolgreich bei seinen Unternehmungen, zu denen neben den Modeläden auch die Vermietung von Ferienappartements und Photovoltaikanlagen gehören. Außerdem investiert Dohrmann rund vier Millionen Euro in die Sanierung zweier denkmalgeschützter Häuser in Stralsund. Und als neue Herausforderung hat er gerade die Gastronomie im „Prora Solitaire“ gestartet. 1997 hat der gebürtige Schweriner, der in Stralsund aufwuchs und mit seiner Mutter 1988 in den Westen ausreiste, seinen ersten Laden „Dohrmann Männersache“ eröffnet. Da war er gerade 23 Jahre alt. Schon als Schüler hatte er sein Verkaufstalent
bewiesen, als er in einem Baumarkt jobbte und dort die meisten Teichbecken an den Mann brachte. Gelernt hat er nach der Schule Chemielaborant. Sein Traumberuf war ursprünglich aber ein ganz anderer.

„Ich wollte Jetpilot werden“, lacht Dohrmann, der in seiner Jugend im Boxring stand und sich mit 18 Jahren freiwillig zur Bundeswehrmeldete. 15 Monate war er Militärpolizist, dann begann er eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann, Fachbereich Textil, die er mit Bestnoten abschloss. Durch seine Verwandtschaft kam er inden90er Jahren zurück nach Stralsund und schließlich nach Binz. „Ich fand es gleich toll hier“, so Dohrmann, der im Ostseebad seinen Platz sieht, hier mit seinen Läden zur Marke wurde. Politisch engagiert er sich seit vielen Jahren für den Ort. Er ist CDU-Chef und im Gemeinderat. „Wer meckert, muss auch machen.
Mein Credo ist: Nicht verwalten, sondern gestalten“, so Dohrmann, der Politik als „schwierigstes Projekt“ sieht – aber Binz auf einem guten Weg. Er lebt gern hier mit seiner Familie, zu der Ehefrau Yvonn und die Töchter Anna-Maria (13) und Marie-Luise (9) gehören.

11. Juli 2017